5. Fastensonntag: Entscheidung und Nachfolge

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Br. Ansgar, Nütschau

Es waren Männer, die auf Jesus hingewiesen haben. Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus.
Im Judentum war es die Aufgabe der Männer, den Glauben an ihre Söhne weiterzugeben. Der Vater lehrte seinen Sohn die Thora. “Wenn dich morgen dein Sohn fragt: Warum achtet ihr auf die Satzungen, die Gesetze und Rechtsvorschriften, auf die der Herr, unser Gott, euch verpflichtet hat?….” Deut. 6. 20 ff.

Ich muss wissen, für was ich mich entscheide. Welche Konsequenzen hat es? Auf wenn oder was lasse ich mich da ein?
Es ist der Unterschied zwischen dem Krieger und dem Söldner. Der Krieger kämpft für das Gute, für das Recht, für die Schwachen, für die, die keinen Fürsprecher haben. Der Söldner lässt sich bezahlen und frag nicht wofür er kämpfen soll. Er schlägt einfach drauf los. Oft wird heute von Männern verlangt, dass sie zu Söldnern werden . In der Arbeitswelt in der Freizeitwelt, im Sport.
Tue es einfach  und frage nicht. Gewinnmaximierung, Äußerlichkeiten, Sieg stehen all zu oft an erster Stelle.
Dieser Jesus, den die Griechen sehen wollten, ist einen anderen Weg gegangen. Er fragte nicht ob er erfolgreich ist, ob die Herrschenden mit ihm einverstanden sind. Er geht den Weg seiner inneren Überzeugung.  Es erfordert das Loslassen von vielem, was uns lieb geworden ist. Ja es erfordert auch das Sterben wie beim Weizenkorn, nicht um tot zu sein, sondern um zu leben.

In seinem Buch “Die innere Stimme der Liebe” von Henri J. M. Nouwen  ( Herder ) heißt es:

“Höre auf, allen gefallen zu wollen

Du musst von deinem Vater und von deinen Vaterfiguren Abschied nehmen. Höre auf, dich mit ihren Augen zu sehen, und versuche nicht dauernd, sie auf dich stolz zu machen.
Denn solange du dich erinnern kannst, hast du alles getan um zu gefallen; hast du deine Identität vom Urteil anderer abhängig gemacht, was du nicht nur negativ zu sehen brauchst. Du wolltest dein Herz anderen geben und hast es leicht und gern getan. Aber jetzt kommt es darauf an, diese vielen selbstgemachten Stützen loszulassen und darauf zu vertrauen, dass Gott für dich genug ist. Du musst aufhören, anderen gefallen zu wollen, und deine Identität als freies Selbst in Anspruch  nehmen”

“Wenn dich morgen dein Sohn fragt…..”, welche Antwort kannst du dann geben?

Leben und Tod lege ich dir vor. Wähle das Leben.

Zum Nachlesen: Johannes 12,20-33

Text: Br. Josef, Kloster Nütschau